Gegen alle Prognosen! Dezimierter MSC verlangt dem Tabellenführer vieles ab!
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Zusammenfassung
78'78'74'71'66'60'56'56'54'53'53'47'45'43'38'35'31'28'26'21'20'20'19'7'6'2'1'
Auf dem Papier schienen die Rollen vor dem Spitzenspiel klar verteilt. Der MSC Puma Kuppenheim reiste als Tabellenführer und amtierender Deutscher Meister nach Weiher, der MSC Ubstadt-Weiher lag auf Rang zwei. Dazu kam die Erinnerung an das Hinspiel, das mit 12:3 deutlich an die Pumas ging. Und als wäre das nicht Herausforderung genug, war der Kader der Hausherren diesmal sogar noch stärker ausgedünnt: Jan Zoll fällt für den Rest der Saison aus, Kapitän Kevin Gerber befand sich im Urlaub und Luca Böser ging nach seiner Verletzungspause weiterhin angeschlagen ins Spiel.
Entsprechend ungewöhnlich sah die Startformation aus: Luca Konrad im Tor sowie Tim Pfeifer, Dominik Hassis, Marco Weis und Colin Gebel auf dem Feld. Weis war damit einer der letzten verbliebenen Spieler der gewohnten Startformation, Gebel meldete sich nach seiner längeren Knöchelverletzung endlich wieder bei 100 Prozent zurück, Youngster Pfeifer bekam seine Chance von Beginn an und Hassis durfte sich diesmal nicht wie gewohnt als erster Ersatzspieler irgendwo einfügen, sondern war ebenfalls von Beginn an gefordert.
Nach einigen Mannschaftsevents, aber vergleichsweise wenigen Trainingseinheiten, war man vielleicht noch nicht wieder vollständig im Wettkampfmodus. Dafür präsentierte sich die Mannschaft fokussiert, motiviert und vor allem als Einheit. Während von außen bereits die eine oder andere hohe Niederlage prognostiziert wurde, wollte Schwarz-Gelb – wobei das gegen Kuppenheim farblich bekanntlich schwierig auseinanderzuhalten ist – den Motoball-Experten einen Strich durch die Rechnung machen und den Zuschauern ein echtes Spitzenspiel bieten.
Kuppenheim erwischte allerdings den besseren Start. Bereits in der zweiten Minute kam Max Schmitt außen durch und legte den Ball in die Mitte zu Jannis Schmitt. Die Ubstadt-Weiherer Abwehr stand in dieser Situation etwas zu tief und nahm Konrad zusätzlich die Sicht, sodass Schmitt freie Schussbahn hatte und den Ball ins lange Eck zum 0:1 setzte. Danach stabilisierte sich die Defensive deutlich und machte dem Tabellenführer das Leben schwer. Erst in der 16. Minute gelang Kuppenheim der nächste Treffer: Max Schmitt arbeitete sich durch die Abwehr, ließ schließlich auch Hassis hinter sich und stand frei vor Konrad, ehe er zum 0:2 einschob.
Doch kurz vor der ersten Viertelpause zeigte der MSC, dass man keineswegs vorhatte, sich einfach seinem Schicksal zu ergeben. Weis spielte einen langen Ball über die Mittellinie auf Hassis, der diesen kurz vor der Grundlinie noch erreichte. Das anschließende Zuspiel nach außen zu Gebel wurde zunächst geblockt, doch der Ball landete genau vor den Füßen von Weis. Der erkannte die kurzzeitig unsortierte Puma-Abwehr und verwandelte zum viel umjubelten 1:2-Anschlusstreffer.
Im zweiten Viertel blieb die Partie zunächst weiter umkämpft. In der 26. Minute setzte sich Max Schmitt erneut über außen durch und schob den Ball ins lange Eck zum 1:3. Vier Minuten später reagierte das Trainerteam und brachte den noch angeschlagenen Luca Böser für Colin Gebel, um offensiv für zusätzliche Gefahr zu sorgen. Möglichkeiten waren durchaus vorhanden, doch gegen die ebenfalls kompakt stehende Kuppenheimer Defensive fehlte der letzte erfolgreiche Abschluss. Auf der anderen Seite nahm Jannis Schmitt in der 35. Minute aus der Distanz Maß und erhöhte auf 1:4. Kurz vor der Halbzeit hatte Weis noch die Gelegenheit per 16-Meter-Freistoß, doch sein Schuss blieb in der Mauer hängen.
Zur zweiten Halbzeit kam Pascal Adam für Luca Konrad ins Tor. Genau dieses dritte Viertel sollte sich am Ende als Knackpunkt der Partie herausstellen. Jannis Schmitt nutzte in der 48. Minute einen Konter zum 1:5. Wenig später stand der defensivstarke Pfeifer nach einer Abwehraktion im eigenen Kreis und erhielt dafür die Grüne Karte. Den daraus resultierenden Strafstoß verwandelte T. Anslem sicher zum 1:6.
In der 57. Minute folgte eine unglückliche Szene: Ein Fernschuss von Jannis Schmitt wurde abgefälscht, Adam rettete den Ball aus Sicht des MSC noch auf der Linie. Aus der Position des Schiedsrichters wurde die Situation jedoch als Treffer gewertet – ohne Videobeweis blieb die Entscheidung selbstverständlich bestehen und das 1:7 zählte. Kurz darauf tankte sich Schmitt erneut durch und erhöhte auf 1:8. Gerade in dieser Phase sorgten die Unterzahl und mehrere reparaturbedingte Wechsel dafür, dass die bis dahin gut organisierte Mannschaft kurzzeitig ihre Ordnung verlor. Gegen einen Gegner wie Kuppenheim reichen wenige solcher Minuten – und die Pumas nutzen sie bekanntlich ohne Einladung zweimal anzunehmen.
Zum letzten Viertel kam Colin Gebel wieder für Luca Böser ins Spiel. Auch Kuppenheim musste nun häufiger wechseln, doch Ubstadt-Weiher konnte daraus offensiv keinen weiteren Vorteil ziehen. Dafür fing sich die eigene Defensive wieder und hielt den Tabellenführer bis kurz vor Schluss ohne weiteren Treffer.
Und die Mannschaft wollte unbedingt noch einmal selbst anschreiben. In der 77. Minute schickte Weis Hassis in den Konter. Dessen Ball wurde im Kreis abgeblockt, wodurch der MSC einen 16-Meter-Freistoß zugesprochen bekam. Hassis trat selbst an und verwandelte zum 2:8-Endstand.
Das Ergebnis liest sich am Ende deutlich, erzählt aber nur einen Teil der Geschichte. Unter den gegebenen Voraussetzungen meisterte jeder Spieler seine teilweise ungewohnte Aufgabe bemerkenswert gut. Besonders zwischen Mittellinie und Torkreis arbeiteten Pfeifer und Hassis konsequent gegen die schnellen Kuppenheimer Angriffe und nahmen den Pumas immer wieder früh das Tempo. Kam doch einmal ein Ball durch, waren Konrad und später Adam zur Stelle und entschärften, was zu entschärfen war.
Offensiv übernahm Weis viel Verantwortung, während Gebel nach seiner vor allem im Spielaufbau eine wichtige und sichere Anspielstation mit seinem linken Fuß war. Auch Böser biss trotz seiner Beschwerden die Zähne zusammen und fügte sich dort ein, wo die Mannschaft ihn brauchte, um gerade nach vorne noch einmal zusätzliche Gefahr zu erzeugen.
Natürlich freut sich beim MSC niemand über eine 2:8-Niederlage. Das selbst gesteckte Ziel war unter diesen Umständen aber klar: besser abschneiden als beim 3:12 im Hinspiel, keine zweistellige Anzahl an Gegentoren kassieren und dem Tabellenführer so lange wie möglich das Leben schwer machen. Genau das ist gelungen. Darauf darf diese zusammengewürfelte Mannschaft durchaus stolz sein.
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt ohnehin nicht. Bereits am Freitag, 21. August, um 18:30 Uhr wartet in der Motoball-Arena das Nachholspiel gegen den MBV Budel. Nur zwei Tage später geht es am Sonntag, 23. August, um 15:00 Uhr im Pokal auswärts zum MSC Comet Durmersheim. Die heiße Phase der Saison hat begonnen – und Schwarz-Gelb ist trotz aller personellen Sorgen noch lange nicht fertig.
Mannschaftsaufstellung
Tor: Pascal Adam, Luca Konrad, Sören Gerber
Feld: Tim Pfeifer, Dominik Hassis (1), Marco Weis (1), Colin Gebel, Roman Betke, Luca Böser
Trainer: Sven Zoll und Silas Harlacher
Mechaniker: Marvin Lowinger und Malte Schulz