Dreckiger Sieg – MSC sichert Platz zwei vor den Play-offs!
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Zusammenfassung
72'71'70'69'66'66'65'60'58'56'55'49'40'39'37'34'33'30'29'28'26'20'19'10'10'9'1'
Nur eine Woche nach dem erfolgreichen Pokal-Halbfinale hieß der Gegner schon wieder MSC Comet Durmersheim. Diesmal ging es allerdings nicht um den Einzug ins Pokalfinale, sondern um die endgültige Platzierung vor den Play-offs. Die Ausgangslage war für den MSC Ubstadt-Weiher komfortabel: Selbst eine Niederlage mit weniger als drei Toren Unterschied hätte für den sicheren zweiten Tabellenplatz gereicht. Und vielleicht steckte genau diese Rechnung schon etwas zu sehr in den Köpfen. Dazu ein ohnehin nicht sonderlich beliebter Sonntagnachmittag und eine deutlich kleinere Zuschauerkulisse als eine Woche zuvor – auch weil parallel in Kuppenheim das Spitzenspiel gegen Mörsch stattfand. Die Voraussetzungen für ein emotionales Feuerwerk waren also eher überschaubar.
Personell wurde die Aufgabe ebenfalls nicht einfacher. Roman Betke hatte sich zuvor beim souveränen 0:10-Sieg der Jugend verletzt und musste kurzfristig passen, Colin Gebel befand sich im Urlaub. Damit stand dem MSC lediglich ein Auswechselspieler zur Verfügung.
Die Startformation bestand aus Luca Konrad im Tor sowie Tim Pfeifer, Marco Weis, Kevin Gerber und Luca Böser.
Dass Durmersheim diesmal etwas gutzumachen hatte, zeigte sich sofort. Bereits in den ersten Minuten liefen zwei gefährliche Konter auf das Ubstadt-Weiherer Tor. Den ersten konnte Konrad gerade noch mit der Fußspitze entschärfen, beim zweiten war der kurzzeitig eingewechselte Dominik Hassis rechtzeitig zur Stelle und fuhr den Angriff ab. Es war früh klar: Das würde deutlich unbequemer werden als die Woche zuvor.
In der zehnten Minute zeigte der MSC dann aber seine Qualität. Kevin Gerber spielte einen punktgenauen langen Ball auf Marco Weis, der in den Konter startete und den Ball sicher ins lange Eck zur 0:1-Führung setzte. Die Freude hielt allerdings nur wenige Sekunden. Durmersheim chippte den Ball über die gesamte Abwehr, der Kapitän der Gastgeber hielt geschickt den Fuß hinein und überlupfte den dabei etwas unglücklich aussehenden Konrad zum direkten 1:1-Ausgleich.
Die Startformation blieb im zweiten Viertel zunächst unverändert. In der 26. Minute fand Böser über außen den Weg zum Tor, bekam freie Schussbahn und brachte den MSC erneut mit 1:2 in Führung. Kurz darauf musste Kevin Gerber allerdings verletzungsbedingt vom Platz, Dominik Hassis übernahm.
Dann wurde es turbulent. Zunächst sah Böser die Grüne Karte, kurz darauf musste auch Pfeifer vom Feld, nachdem er einen Schuss im eigenen Kreis abgewehrt hatte. Die Folge war ein 11-Meter-Strafstoß für Durmersheim. Konrad reagierte stark, bekam beim mittig geschossenen Ball noch dran und lenkte ihn an die Latte. Von dort sprang die Kugel zu Hassis, der gemeinsam mit Weis plötzlich als einer von nur noch zwei Ubstadt-Weiherer Feldspielern gegen vier Durmersheimer dastand.
Und genau hier zeigte sich erstmals die große Stärke des MSC an diesem Nachmittag – die gute Abwehrarbeit! Weis und Hassis hielten den Ball so lange und so clever wie möglich in den eigenen Reihen und arbeiteten gleichzeitig defensiv konsequent weiter. Trotz doppelter Unterzahl gelang Durmersheim kein Treffer, bis Böser und Pfeifer wieder zurückkehren durften.
Lange vollständig blieb der MSC allerdings nicht. In der 37. Minute sah Böser nach einem harten Einsteigen erneut Grün. Wieder musste die Defensive in Unterzahl arbeiten – und wieder hielt sie stand. Erst als beide Mannschaften wieder mit gleicher Spielerzahl auf dem Feld standen, fand die Nummer 11 der Gastgeber eine Lücke, fuhr frei aufs Tor und schob zum 2:2-Ausgleich ein. Kurz vor der Halbzeit sah Böser zudem noch die Gelbe Karte. Langweilig war der Sonntagnachmittag inzwischen definitiv nicht mehr.
Auch nach der Pause blieb die Aufstellung unverändert. Durmersheim durfte aufgrund der vorherigen Zeitstrafe zunächst noch mehrere Minuten in Überzahl spielen, konnte daraus aber erneut keinen Nutzen ziehen. In der 49. Minute erwischte es dann Pfeifer mit der nächsten Grünen Karte. Doch egal, wer gerade auf dem Feld stand: Die Ubstadt-Weiherer Abwehr hielt zusammen und ließ den Comet kaum zu zwingenden Abschlüssen kommen.
Wie man eine Überzahl effizient nutzt, zeigte wenig später ausgerechnet der MSC. Durmersheim musste mit einem Feldspieler weniger auskommen, Böser nutzte den entstandenen Platz über außen und behielt den Überblick. Statt selbst abzuschließen, bediente er den freistehenden Weis, der nicht lange fackelte und den Ball zum 2:3 ins Netz zimmerte.
Zum Schlussviertel kam Sören Gerber für den angeschlagenen Luca Konrad ins Tor. In der 69. Minute sah ein Durmersheimer Spieler Gelb, und diesmal machte Ubstadt-Weiher etwas aus dem zusätzlichen Platz. Böser tankte sich durch die Mitte, stand schließlich frei vor dem Torhüter und schob die Kugel gekonnt zum 2:4 ein. Auf der anderen Seite zeigte Sören Gerber anschließend mit zwei starken Paraden, dass an diesem Nachmittag auch er keine Lust mehr auf weitere Gegentreffer hatte. Damit blieb es beim 2:4-Auswärtssieg.
Schön war es nicht immer, einfach war es schon gar nicht – aber genau solche Spiele muss man eben auch gewinnen. Die Abwehr stand einmal mehr wie eine Bank und kompensierte zahlreiche Unterzahlsituationen, Wechsel und kleinere Unordnung. Im Spiel nach vorne machte sich der MSC das Leben dagegen erneut unnötig kompliziert. Zu viele Ballverluste, zu wenig Ruhe und teilweise schon Schwierigkeiten, sauber über die Mittellinie zu kommen. Daran muss gearbeitet werden. Trotzdem darf man das Ganze auch einmal nüchtern betrachten: Der MSC Ubstadt-Weiher hat erneut in Durmersheim gewonnen und beendet die Hauptrunde auf dem zweiten Tabellenplatz. Ein dreckiger Sieg gehört genauso zu einer Saison wie ein Torfestival – und gerade angesichts des kleinen Kaders und der vielen Zeitstrafen darf die Mannschaft auf diesen Erfolg durchaus stolz sein.
Jetzt beginnt die Phase, in der es wirklich zählt. Bereits am Samstag, 5. September, um 16:00 Uhr geht es zum Viertelfinal-Hinspiel der Deutschen Motoball-Meisterschaft auswärts zum 1. MBC 70/90 Halle. Gerade mit dem weiterhin dezimierten Kader dürfte auch diese Aufgabe alles andere als langweilig werden.
Und noch eine richtig starke Nachricht für alle MSC-Fans: Am Samstag, 26. September, dürfen wir das Pokalfinale gegen den MSC Puma Kuppenheim in unserer Motoball-Arena in Ubstadt-Weiher austragen. Nach einer kompletten Pokalrunde auf fremden Plätzen gibt es damit ausgerechnet für das Finale endlich das ersehnte Heimspiel. Diesen Termin also unbedingt schon jetzt dick im Kalender markieren – die Motoball-Arena soll an diesem Tag beben!
Mannschaftsaufstellung
Tor: Pascal Adam, Luca Konrad, Sören Gerber
Feld: Tim Pfeifer, Dominik Hassis, Marco Weis (2), Kevin Gerber, Luca Böser (2)
Trainer: Silas Harlacher
Mechaniker: Malte Schulz und Marvin Lowinger