FINALE STATT AUS! MSC dreht Vier-Tore-Rückstand und schießt Comet mit 7:1 vom Platz!
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Zusammenfassung
80'79'76'73'72'66'65'64'63'62'58'56'54'50'46'39'31'26'25'25'20'9'
Vier Tore Rückstand, eine Herkulesaufgabe und ein Gegner, der sein Heimfinale schon vor Augen hatte. Doch der MSC Ubstadt-Weiher hatte andere Pläne! Mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung drehte Schwarz-Gelb das Halbfinale der Deutschen Motoball-Meisterschaft gegen den MSC Comet Durmersheim und zog nach einem sensationellen 7:1-Heimsieg doch noch ins Finale ein. Und das völlig verdient! Pünktlich zum Anpfiff am vergangenen Samstag zeigte sich sogar das Wetter von seiner besten Seite. Die Sonne kam heraus, der Asphalt war wieder trocken und die Motoball-Arena war bereit für einen echten Hexenkessel. Die Ausgangslage hätte allerdings kaum schwieriger sein können: Nach der 3:7-Niederlage im Hinspiel musste der MSC vier Tore aufholen, um das Gesamtergebnis überhaupt erst auszugleichen. Eine echte Herkulesaufgabe! Aber einfach kann schließlich jeder. Und wir sind nicht jeder – wir sind der MSC Ubstadt-Weiher! Unser Ziel war klar: Am 24. Oktober wollten wir selbst im Finale in Durmersheim stehen. Dass der Comet dieses Endspiel nur allzu gerne auf seiner eigenen Anlage bestritten hätte, machte die Sache noch reizvoller. Der Plan war also, den in der Vorwoche aufgeglühten Comet wieder zum Absturz zu bringen. Dass die Mannschaft es ernst meinte, war bereits in den Trainingseinheiten zuvor zu spüren. Der Wille war da, die Motivation hoch und auch beim Treffpunkt am Samstag wirkte das Team konzentriert und entschlossen. Trainer Jan Zoll brachte es in seiner Ansprache auf den Punkt: Hinten stabil stehen, unnötige Karten vermeiden und das Spiel schneller machen. Vor allem aber: „Wir müssen einfach jedes Viertel gewinnen!“
Der MSC begann mit Sören Gerber im Tor sowie Dominik Hassis, Marco Weis, Kevin Gerber und Luca Böser. Den Anstoß hatten die Gäste aus Durmersheim. Und was die Zuschauer anschließend zu sehen bekamen, war von Beginn an eine völlig andere Vorstellung als noch eine Woche zuvor. Die Weiherer Defensive stand wie eine Mauer und ließ den Comet im ersten Viertel praktisch nicht zur Entfaltung kommen. Auf der anderen Seite erspielte sich der MSC mehrere Möglichkeiten, doch entweder war der Abschluss noch zu weit vom Tor entfernt oder der Ball verfehlte sein Ziel knapp. Es dauerte bis zur letzten Minute des ersten Viertels, ehe der erste Knoten platzte. Marco Weis nahm aus rund 20 Metern Maß und setzte den Ball ins Netz. 1:0 für Ubstadt-Weiher! Das erste Viertel war gewonnen, die Aufholjagd eröffnet. Noch drei Tore bis zum Ausgleich im Gesamtergebnis!
Auch im zweiten Viertel blieb die Aufstellung unverändert und der MSC machte genau dort weiter, wo er aufgehört hatte. In der 25. Minute bediente Kevin Gerber zunächst Hassis mit einem Pass. Dessen Abschluss konnte zwar abgewehrt werden, doch ein Durmersheimer Spieler befand sich im Kreis. Die Folge war ein 16-Meter-Freistoß für Ubstadt-Weiher. Gerber übernahm selbst, zog direkt ab und sein strammer Schuss wurde von der Mauer noch leicht abgefälscht. Der Ball schlug zum 2:0 ein! Jetzt begann die Motoball-Arena richtig zu hoffen. In der 31. Minute erkämpfte Weis den Ball an der Mittellinie und schickte Gerber auf die Reise. Der vollendete den Konter zwar erfolgreich, befand sich beim Abschluss allerdings knapp im Kreis. Der Treffer wurde nicht anerkannt. Den anschließenden 16-Meter-Freistoß setzte Durmersheim am MSC-Tor vorbei. Kurz vor der Halbzeit wurde es dann noch einmal richtig laut. Weis störte in der 39. Minute konsequent das Aufbauspiel der Gäste, der Ball lag frei und Hassis war sofort zur Stelle. Er schnappte sich die Kugel, mogelte sich gegen gleich drei Gegenspieler durch und erhöhte auf 3:0! Halbzeit! Drei Tore aufgeholt, kein einziges kassiert. Aus der vermeintlich beinahe aussichtslosen Ausgangslage war plötzlich ein Halbfinale geworden, in dem alles wieder möglich war. Und das Beste: Der MSC spielte nicht nur leidenschaftlich, sondern auch konzentriert, diszipliniert und als echte Einheit.
In der 50. Minute musste Weis nach einem Foul mit einer Grünen Karte vom Feld. Doch anders als im Hinspiel ließ sich die Mannschaft davon nicht aus der Ruhe bringen. Die Defensive hielt auch in Unterzahl stand und die Null blieb stehen. Vier Minuten später folgte der nächste große Moment. Kevin Gerber erkannte den freistehenden Böser und spielte den Ball zu ihm. Böser ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und traf zum 4:0! Wahnsinn! Vier Tore Rückstand aufgeholt – das Halbfinale war nach beiden Spielen wieder ausgeglichen!
Doch noch war nichts gewonnen. In der 56. Minute sah Kevin Gerber Grün, wenige Sekunden später musste auch Hassis mit einer Zeitstrafe vom Platz. Plötzlich standen nur noch zwei Weiherer Feldspieler gegen vier Durmersheimer auf dem Asphalt. Was folgte, war ein Kraftakt: Weis und Böser verteidigten gemeinsam mit Gerber im Tor leidenschaftlich und ließen auch in dieser schwierigen Phase keinen Gegentreffer zu.Nach 60 Minuten stand es 4:0. Drei Viertel gespielt, drei Viertel gewonnen. Die Mannschaft hatte die Vorgabe ihres Trainers bis dahin konsequent umgesetzt. Und während die MSC-Abwehr nahezu jeden Angriff der Gäste im Keim erstickte, wurde der Traum vom Finale immer greifbarer.
Jetzt fehlte nur noch ein Treffer, um im Gesamtergebnis erstmals die Nase vorne zu haben. Im letzten Viertel musste zunächst in der 62. Minute ein Durmersheimer Spieler mit Grün vom Feld. Diese Überzahlsituation blieb noch ungenutzt. Drei Minuten später erwischte es erneut einen Gästespieler – und dieses Mal schlug der MSC zu. Böser nutzte den zusätzlichen Platz, fuhr einen Konter und stand plötzlich frei vor dem Tor. Sein Abschluss saß! 5:0! DER MSC WAR AUF FINALE-KURS! 15 Minuten standen allerdings noch auf der Uhr. Es hieß also weiterkämpfen, nicht nachlassen und bloß keine unnötigen Fehler machen. Doch an Zurückhaltung dachte die Mannschaft offenbar überhaupt nicht. Bereits eine Minute später schickte Weis mit einem schönen Pass Hassis in Position. Der nahm den Ball mit links und hämmerte ihn ins kurze untere Eck. 6:0! Jetzt benötigte Durmersheim bereits zwei Treffer, um sich überhaupt noch in eine Verlängerung zu retten. Die Defensive blieb weiterhin hochkonzentriert. Und auch offensiv war Schwarz-Gelb noch nicht fertig. Nachdem in der 72. Minute ein weiterer Durmersheimer Spieler die Grüne Karte gesehen hatte, bot sich erneut Platz für einen Angriff. In der 73. Minute legte Kevin Gerber den Ball nach außen auf Böser. Dessen Abschluss krachte an den Pfosten. Die Kugel rollte quer zur anderen Seite, wo Hassis goldrichtig stand und den Abpraller zum 7:0 über die Linie beförderte. Die Motoball-Arena jubelte – das Finale war zum Greifen nah! Nun galt es, die letzten Minuten konzentriert herunterzuspielen. In der 76. Minute gelang Durmersheim allerdings doch noch der Ehrentreffer. Ring kam zum Abschluss, sein Schuss wurde am Rücken von Hassis abgefälscht und landete unglücklich im Weiherer Tor. 7:1. Anschließend gab es noch ein kleines Wortgefecht zwischen MSC-Torhüter Sören Gerber und Durmersheims Kapitän Brunner. Die Unparteiischen zeigten Gerber Grün und Brunner Gelb. Für die verbleibenden Minuten übernahm Luca Konrad das Weiherer Tor und hielt seinen Kasten sauber. Dann war endlich Schluss.
ABPFIFF! 7:1! FINALE!
Aus einem 3:7 im Hinspiel wurde durch eine unglaubliche Aufholjagd ein 10:8-Gesamtsieg für den MSC Ubstadt-Weiher! Der Comet war abgestürzt – und ausgerechnet der Gastgeber des diesjährigen Endspiels musste seinen eigenen Finaltraum begraben. Was für eine Reaktion unserer Mannschaft! Was für ein Motoballabend!
Ein Team. Ein Ziel. Ein Wille. Und vor allem: jede Menge Spaß am Motoball! Das waren an diesem Samstag keine leeren Floskeln, sondern genau das, was jeder einzelne Spieler auf dem Platz und neben dem Platz gezeigt hat. Die Abwehr stand über weite Strecken nahezu fehlerfrei, die Mannschaft spielte schnell und zielstrebig nach vorne, kämpfte füreinander und ließ sich auch durch schwierige Unterzahlsituationen nicht aus dem Konzept bringen. Genau so sieht eine geschlossene Mannschaftsleistung aus.
Und als wäre diese Geschichte nicht schon verrückt genug, folgte am Sonntagnachmittag die nächste Nachricht: Der MSC Puma Kuppenheim setzte sich im anderen Halbfinale mit 3:2 gegen den MSC Taifun Mörsch durch. Damit steht die Finalpaarung fest – und sie kommt uns inzwischen ziemlich bekannt vor: MSC Puma Kuppenheim gegen MSC Ubstadt-Weiher! Die Motoball-Stadt gegen das Motoball-Dorf. Schwarz-Gelb gegen Schwarz-Gelb. Und das gleich zweimal! Denn sowohl unsere Jugend als auch unsere Senioren treffen am Samstag, 24. Oktober, in Durmersheimim Finale der Deutschen Motoball-Meisterschaft auf den MSC Puma Kuppenheim. Erst kämpft unsere Jugend um 16:00 Uhr um den Meistertitel, anschließend geht es für die Senioren um 19:00 Uhr um die Deutsche Meisterschaft. Zwei Endspiele, ein Gegner und ein Verein, der an diesem Tag gleich doppelt Geschichte schreiben kann.
Durmersheim, wir kommen wieder – diesmal zum Finale!
Mannschaftsaufstellung
Tor: Pascal Adam, Luca Konrad, Sören Gerber
Feld: Tim Pfeifer, Dominik Hassis (3), Marco Weis (1), Kevin Gerber (1), Colin Gebel, Roman Betke, Luca Böser (2)
Trainer: Jan Zoll und Silas Harlacher
Mechaniker: Marvin Lowinger und Malte Schulz