Kein Glanzstück, aber gute Ausgangslage – MSC gewinnt Play-off-Auftakt in Halle mit 4:7
Play-off-Zeit! Für das Viertelfinal-Hinspiel der Deutschen Motoball-Meisterschaft führte die Reise am vergangenen Samstag zum 1. MBC 70/90 Halle. Bereits um 8:30 Uhr machte sich die kleine Reisegruppe auf den rund fünfstündigen Weg nach Halle an der Saale. Personell war die Situation dabei alles andere als komfortabel. Neben den bereits verletzten Spielern musste der MSC auch urlaubs- und berufsbedingt auf einige Kräfte verzichten. Kapitän Kevin Gerber war nach den harten Spielen gegen Durmersheim ebenfalls angeschlagen und reiste lediglich als Notfalloption und einziger Auswechselspieler fürs Feld mit. Auch Pascal Adam war noch nicht vollständig fit und stand nur für den Ernstfall bereit.
Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an Kristian Betke, den Bruder unseres Spielers Roman Betke, der den Mannschaftsbus übernahm und die Mannschaft sicher nach Halle und später auch wieder zurück nach Weiher brachte.
Auf dem Papier mochte die Ausgangslage vielleicht eindeutig erscheinen, beim MSC wusste man allerdings selbst nur zu gut, dass gerade lange Auswärtsfahrten ihre Tücken haben. Die ersten Minuten nach solchen Reisen werden traditionell gerne einmal etwas verschlafen – und mit einer ungewohnten Besetzung musste sich die Mannschaft zusätzlich erst einmal finden. So startete Ubstadt-Weiher mit Luca Konrad im Tor sowie Dominik Hassis, Marco Weis, Colin Gebel und Roman Betke in die Partie.
Offensiv gehörten die ersten Minuten zwar den Gästen, wirklich zwingend waren die Abschlüsse jedoch nicht. Gegen den starken Gegenwind kamen einige Bälle zu schwach aufs Tor, andere waren schlicht nicht platziert genug. In der elften Minute musste Halle nach einer Grünen Karte erstmals in Unterzahl spielen, doch auch daraus konnte der MSC kein Kapital schlagen.
Stattdessen folgte in der 18. Minute die Quittung für die bis dahin etwas schläfrige Vorstellung. In der Defensive war Ubstadt-Weiher einen Schritt zu spät, ein Hallenser Spieler kam frei vor das Tor und schob den Ball an Konrad vorbei zum 1:0 ein. Spätestens jetzt war klar: Wer hier etwas mitnehmen wollte, musste einen Gang hochschalten.
Und genau das tat Marco Weis unmittelbar zu Beginn des zweiten Viertels. In der 21. Minute tankte er sich durch die Abwehr der Gastgeber und stellte mit seinem Treffer zum 1:1 den Ausgleich her. Lange Bestand hatte dieser allerdings nicht. Nur eine Minute später bekam Halle einen 16-Meter-Freistoß zugesprochen und verwandelte diesen sehenswert zum erneuten 2:1.
Das Spiel blieb damit unnötig kompliziert. Der MSC hatte seine Möglichkeiten, brachte aber weiterhin nicht die gewohnte Konsequenz auf den Platz. Erst kurz vor der Halbzeit gelang der erneute Ausgleich. Weis kam zum Abschluss, der erste Ball konnte noch abgewehrt werden, doch beim Abpraller blieb er dran und beförderte den Nachschuss per Kopf zum 2:2 ins Netz. Immerhin: Trotz einer durchwachsenen ersten Hälfte war zur Pause wieder alles aus Anfang gestellt.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Aufstellung unverändert – und nun konnte der MSC auch mit dem Wind im Rücken spielen, was man bei dem starken Wind deutlich merkte. Bereits in der 41. Minute setzte sich Weis über außen durch und brachte Ubstadt-Weiher erstmals an diesem Nachmittag mit 2:3 in Führung. Nun lief es zumindest offensiv etwas besser. In der 52. Minute legte Hassis den Ball für Weis ab, der frei vor dem Tor die Ruhe behielt und die Kugel ins lange Eck zum 2:4 schob.
Kurz darauf musste Weis nach einem Foul mit einer Zeitstrafe vom Platz. Doch gerade in Unterzahl zeigte sich der MSC konsequent und verteidigte die Führung konzentriert. Halle kam in dieser Phase zu keinen nennenswerten Möglichkeiten, sodass Ubstadt-Weiher den Vorsprung sicher durch das dritte Viertel brachte.
Im Schlussabschnitt sollte der Vorsprung schließlich weiter anwachsen. In der 64. Minute revanchierte sich Weis für die vorherige Vorlage und schickte Hassis in den Konter. Der nutzte die freie Fahrt und vollendete zum 2:5. Doch Halle blieb insbesondere bei Standards gefährlich. Nur drei Minuten später landete erneut ein Freistoß der Gastgeber im Netz und verkürzte auf 3:5.
In der 68. Minute musste Halle wiederum in Unterzahl spielen, doch auch diese Gelegenheit ließ der MSC ungenutzt. Es passte ein wenig zum gesamten Nachmittag: Chancen und Räume waren da, wirklich konsequent genutzt wurden sie aber zu selten.
In der 75. Minute folgte dafür einer der schönsten Treffer des Spiels. Weis legte den Ball nach rechts auf Colin Gebel heraus. Der nahm die Vorlage dankend an, behielt vor dem Torhüter die Übersicht und lupfte den Ball sehenswert über ihn hinweg zum 3:6.
Doch auch danach war die Partie noch nicht beendet. Konrad parierte zunächst stark einen Abschluss der Gastgeber, der abgewehrte Ball sprang allerdings direkt vor die Füße des Hallenser Kapitäns. Der nahm das Geschenk dankend an und schob zum 4:6 ins kurze Eck ein.
Den letzten Treffer des Tages hatte jedoch der MSC auf seiner Seite. Mit der letzten Aktion der Partie legte Weis auf Hassis ab, der über außen freie Bahn bekam und den Ball zum 4:7-Endstand im Tor unterbrachte.
Am Ende stand damit ein wichtiger Auswärtssieg und eine gute Ausgangslage für das Rückspiel. Trotzdem wusste die Mannschaft unmittelbar nach Abpfiff selbst, dass dieser Nachmittag keine Glanzleistung gewesen war. Die lange Fahrt und die ungewohnte Aufstellung kann man sicherlich als Erklärung heranziehen – als Ausrede sollen sie aber nicht dienen. Über weite Strecken fehlten Konzentration, Genauigkeit und die nötige Konsequenz in den Aktionen. Gerade mit Blick auf die entscheidende Phase der Saison weiß jeder im Team, dass hier noch eine deutliche Steigerung notwendig ist.
Umso schöner war die Unterstützung der wenigen „Hardcore“-Fans, die ebenfalls die lange Reise nach Halle auf sich genommen hatten und die Mannschaft über das gesamte Spiel begleiteten. Dafür ein riesiges Dankeschön!
Ebenso bedanken wir uns beim 1. MBC 70/90 Halle für die tolle Gastfreundschaft. Nach dem sportlichen Teil gehörte der traditionelle Schierker Feuerstein gemeinsam an der Theke natürlich ebenfalls zum Auswärtsspiel dazu. Danach standen wieder rund fünf Stunden Heimfahrt auf dem Programm, ehe die Mannschaft gegen 1:00 Uhr schließlich wieder zuhause ankam.
Mit dem 4:7 hat sich der MSC Ubstadt-Weiher eine gute Ausgangsposition geschaffen – entschieden ist allerdings noch gar nichts. Am kommenden Samstag, 12. September, folgt in der heimischen Motoball-Arena das Viertelfinal-Rückspiel gegen Halle. Dann gilt es, die Fehler aus dem Hinspiel abzustellen, von Beginn an konzentriert zu sein und gemeinsam mit den eigenen Fans den Einzug ins Halbfinale perfekt zu machen.
Und ein weiteres Highlight wirft bereits seine Schatten voraus: Am Samstag, 26. September, findet das Pokalfinale gegen den MSC Puma Kuppenheim in unserer Motoball-Arena in Ubstadt-Weiher statt. Nach allen bisherigen Pokalspielen in der Fremde darf Schwarz-Gelb ausgerechnet das Finale auf heimischem Asphalt bestreiten. Diesen Termin also unbedingt freihalten!
Mannschaftsaufstellung
Tor: Pascal Adam, Luca Konrad
Feld: Dominik Hassis (2), Marco Weis (4), Kevin Gerber, Colin Gebel (1), Roman Betke
Trainer: Kristian Betke
Mechaniker: Malte Schulz