Vier Tore aufzuholen! MSC verliert turbulentes Halbfinal-Hinspiel mit 7:3
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Zusammenfassung
80'80'77'75'73'72'71'62'60'60'58'54'52'48'44'43'43'41'40'40'36'31'30'30'28'26'26'24'22'20'20'19'19'11'8'6'5'1'
Bevor es für die Senioren am vergangenen Sonntag im Halbfinale der Deutschen Motoball-Meisterschaft ernst wurde, war bereits unser jüngster Nachwuchs unterwegs. Die Mini-Jugend bis zwölf Jahre trat bei einem Turnier in Philippsburg an und sicherte sich dort einen starken vierten Platz. Noch wichtiger als die Platzierung war allerdings zu sehen, mit wie viel Ehrgeiz, Spielverständnis und vor allem Spaß am Motoballsport die Jungs bereits in diesem jungen Alter unterwegs sind. Und auch abseits des Platzes war der Nachwuchs bestens aufgestellt. Die Eltern sorgten für Unterstützung und eine Verpflegung, bei der vermutlich auch so mancher Seniorenspieler neidisch geworden wäre: Kuchen, belegte Minibrötchen, Teebar, Kaffee, Brezeln, Obst und noch einiges mehr. Während die Jungs auf dem Platz Gas gaben, lief daneben also beinahe schon das Rundum-sorglos-Paket. Ein großes Dankeschön an alle Eltern für diesen tollen Support! So macht Jugend-Motoball Spaß. Richtig stark, Jungs – weiter so!
Am Sonntagnachmittag richteten sich die Blicke dann nach Durmersheim. Bei bestem Motoballwetter stand für den MSC Ubstadt-Weiher das Halbfinal-Hinspiel der Deutschen Meisterschaft gegen den MSC Comet Durmersheim auf dem Programm. Für die eine oder andere Überraschung sorgte dabei schon vor dem Anpfiff ein bekanntes Gesicht im Tor der Gastgeber: Jens Kehrer, der jahrelang für Ubstadt-Weiher die Torwarthandschuhe anzog, wurde für die letzten Spiele von Durmersheim angeworben und stand nun ausgerechnet im Halbfinale seinem ehemaligen Verein gegenüber.
Der MSC begann mit Sören Gerber im Tor sowie Tim Pfeifer, Marco Weis, Kevin Gerber und Luca Böser – und erwischte den gewünschten Start. Bereits in der fünften Minute setzte sich Kevin Gerber über außen durch und nagelte den Ball ins lange untere Eck. 0:1 – das fing schon einmal gut an.
Die Führung hielt allerdings nicht lange. In der elften Minute wurde ein Schuss innerhalb des 16-Meter-Raums abgefälscht. Gerber war dadurch auf dem falschen Fuß erwischt und konnte nicht mehr reagieren – 1:1. Wenig später kam Dominik Hassis für Pfeifer ins Spiel und der MSC hatte die Möglichkeit zur erneuten Führung, doch Kehrer im Durmersheimer Tor war zur Stelle.
Kurz vor Ende des ersten Viertels wurde es erstmals richtig turbulent. Böser sah in der 19. Minute die Grüne Karte und Durmersheim nutzte die Überzahl. Mit einer punktgenauen Flanke nach außen spielten die Gastgeber die MSC-Abwehr auseinander und vollendeten zum 2:1. Kaum war Böser zurück auf dem Platz, hatte Schwarz-Gelb aber die passende Antwort parat. Weis setzte ihn schön in Szene und Böser stellte noch vor der Viertelpause auf 2:2.
Zu Beginn des zweiten Viertels kehrte Pfeifer für Hassis zurück. Doch schon in der 22. Minute spielte das Glück erneut gegen den MSC. Wieder wurde ein Schuss der Gastgeber abgefälscht, wieder war Gerber dadurch machtlos und der Ball landete zum 3:2 im Netz.
In der 26. Minute kam Hassis für Böser ins Spiel. Zwei Minuten später setzte Durmersheim zum Konter an – und auch diesmal änderte eine leichte Berührung die Flugbahn des Balles entscheidend. Gerber wurde erneut auf dem falschen Fuß erwischt und der Ball schlug im anderen Eck zum 4:2 ein. Drei Gegentore, bei denen abgefälschte Bälle dem MSC an diesem Nachmittag wahrlich kein Glück brachten.
Doch aufgegeben wurde nicht. In der 30. Minute kehrte Böser für Hassis zurück und war sofort wieder da. Mit seinem zweiten Treffer verkürzte er auf 4:3 und brachte Ubstadt-Weiher wieder heran.
In der 36. Minute musste ein Durmersheimer Spieler mit Grün vom Feld. Eigentlich die perfekte Gelegenheit für den Ausgleich – doch die Überzahl blieb ungenutzt. Stattdessen kamen nun auch noch technische Probleme hinzu. Böser kämpfte mit seiner Maschine und musste erneut vom Platz.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde es dann noch einmal richtig knapp: Weis legte den Ball auf Pfeifer ab und tatsächlich zappelte die Kugel zum vermeintlichen 4:4-Ausgleich im Netz. Der Jubel hielt allerdings nur kurz, denn Pfeifer befand sich beim Abschluss im Kreis und der Treffer wurde folgerichtig nicht anerkannt. Statt mit dem Ausgleich ging es somit mit einem knappen 4:3-Rückstand in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel schlug Durmersheim schnell wieder zu. In der 41. Minute kam Ring zentral aus rund 16 Metern zum Abschluss und hämmerte den Ball ins kurze obere Eck. 5:3 für den Comet.
Nur zwei Minuten später sah zunächst ein Durmersheimer Spieler Grün, kurz darauf musste auch Pfeifer mit einer Zeitstrafe vom Platz. Für kurze Zeit ging es damit drei gegen drei weiter. In der 47. Minute konnte Böser nach der Reparatur seines Motorrads wieder zurückkehren.
Ruhe wollte in dieses Halbfinale allerdings nicht mehr einkehren. In der 49. Minute sah Kevin Gerber Grün. Immerhin: Die MSC-Abwehr überstand die Unterzahl ohne weiteren Gegentreffer. Kurz darauf musste auch bei Weis am Motorrad gearbeitet werden, sodass Hassis in der 52. Minute für ihn ins Spiel kam. Zwei Minuten später folgte bereits die nächste Grüne Karte gegen Pfeifer – und wieder verteidigte Ubstadt-Weiher die Unterzahl zunächst erfolgreich.
Als schließlich wieder die gleiche Anzahl an Spielern auf dem Feld stand, fiel dennoch das nächste Tor für die Gastgeber. Gerber konnte den ersten Abschluss in der 58. Minute noch parieren, der Abpraller landete jedoch bei Durmersheim und der Nachschuss fand den Weg zum 6:3 ins Netz. Kurz vor Ende des dritten Viertels sah Pfeifer zudem noch die Gelbe Karte.
Wer nun auf ein ruhigeres Schlussviertel gehofft hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. In der 62. Minute musste Weis mit Grün vom Feld. Zeitweise standen dadurch nur noch zwei Ubstadt-Weiherer Feldspieler auf dem Platz – doch die Defensive hielt stand.
In der 64. Minute kam Hassis für Pfeifer. Acht Minuten später wurde es dann noch einmal richtig ungemütlich: Zunächst sah Weis erneut Grün, kurz darauf musste auch Kevin Gerber vom Feld. Wieder hieß es zwei gegen vier. Böser und Hassis stemmten sich gemeinsam mit Sören Gerber im Tor gegen die Durmersheimer Überzahl und hielten das 6:3.
In der 75. Minute war der MSC wieder vollständig, doch ausgerechnet jetzt fiel der letzte Treffer des Nachmittags. Ein Pass auf die Außenseite brachte die Weiherer Defensive aus der Ordnung, Durmersheim nutzte den entstandenen Raum und setzte den Ball ins lange Eck zum 7:3-Endstand.
Damit hat sich der MSC Comet Durmersheim für das Rückspiel ein Polster von vier Toren erarbeitet. Und auch wenn an diesem Nachmittag einiges gegen uns lief: Der Sieg für Durmersheim ging absolut in Ordnung und war an diesem Tag verdient. Der Comet spielte insgesamt abgeklärter und nutzte seine Möglichkeiten konsequenter.
Wir dagegen machten uns das Leben zusätzlich selbst schwer. Offensiv fehlten über weite Strecken ein klarer Plan und die nötige Durchschlagskraft. Defensiv bestraften wir uns mit zu vielen Zeitstrafen – insgesamt 19 Minuten musste Ubstadt-Weiher in Unterzahl spielen. Dazu kamen mehrere Maschinenprobleme, die immer wieder für Wechsel und Unordnung sorgten. Und wenn dann noch gleich mehrere abgefälschte Bälle im eigenen Tor landen, wird ein Halbfinale auswärts ziemlich schnell ziemlich unangenehm.
Trotzdem ist noch nichts entschieden. Vier Tore sind eine schwere Hypothek – aber es stehen noch einmal komplette 80 Minuten Motoball auf dem Programm. Und diesmal auf unserem Asphalt.
Jetzt heißt es, die Fehler aufzuarbeiten, die Kartenflut abzustellen und offensiv wieder deutlich zielstrebiger zu werden. Denn am kommenden Samstag gibt es keine Rechenspiele mehr: Wir müssen von Beginn an angreifen.
Am Samstag, 10. Oktober, um 19:00 Uhr steigt das Halbfinal-Rückspiel in unserer Motoball-Arena. Durmersheim möchte natürlich unbedingt ins Finale der Deutschen Meisterschaft einziehen, das auch noch auf der eigenen Anlage stattfinden wird. Wir dagegen haben nach diesem Hinspiel nur eine Aufgabe: alles reinwerfen und versuchen, dieses Ding gemeinsam mit unseren Fans noch zu drehen.
Vier Tore müssen aufgeholt werden. Einfach wird das definitiv nicht. Aber für genau solche Abende spielt man Play-offs.
Also: Samstagabend, Flutlicht, Motoball-Arena – wir brauchen Schwarz-Gelb hinter unserer Mannschaft!
Mannschaftsaufstellung
Tor: Pascal Adam, Luca Konrad, Sören Gerber
Feld: Tim Pfeifer, Dominik Hassis, Marco Weis, Kevin Gerber (1), Colin Gebel, Roman Betke, Luca Böser (2)
Trainer: Jan Zoll und Silas Harlacher
Mechaniker: Marvin Lowinger und Sven Juderjahn