Wie ausgewechselt! MSC zerlegt Halle mit 17:0 und stürmt ins Halbfinale
-
Zusammenfassung
80'80'79'76'76'73'73'70'65'61'60'60'56'54'53'50'48'47'45'37'33'32'31'29'27'26'25'24'22'21'16'14'12'9'8'6'
Nach dem eher durchwachsenen 7:4-Erfolg im Viertelfinal-Hinspiel beim 1. MBC 70/90 Halle war die Marschroute für das Rückspiel in der heimischen Motoball-Arena klar: Die Fehler der Vorwoche sollten abgestellt werden und dieses Mal wollte der MSC Ubstadt-Weiher von Beginn an konzentriert auftreten. Personell sah es immerhin wieder etwas besser aus. Mit Luca Böser und Tim Pfeifer kehrten zwei fitte Spieler in den Kader zurück. Kevin Gerber, Colin Gebel und Pascal Adam standen trotz ihrer Beschwerden ebenfalls zur Verfügung, sollten aber nicht unnötig früh belastet werden. Trainer Zoll wollte mit Blick auf die kommenden Aufgaben kein Risiko eingehen.
Bereits vor dem Viertelfinale hatten die Zuschauer allen Grund zum Jubeln. Im Nachholspiel gegen den MBV Budel lieferte die MSC-Jugend einen beeindruckenden 22:0-Kantersieg ab. Von der ersten Minute an kontrollierte der Nachwuchs die Partie und führte durch Treffer von Leon Laier und Kapitän Roman Betke bereits nach dem ersten Viertel mit 7:0. Bis zur Halbzeit wurde das Ergebnis auf 13:0 ausgebaut. Auch danach ließ die Mannschaft nicht locker: Malik Bernard, Laier und Simon Schleicher erhöhten weiter, zudem kam Levin Bender zum Einsatz. Im Schlussviertel machten Philipp Hess, Schleicher und Bernard den 22:0-Endstand perfekt. Besonders torhungrig zeigte sich Laier mit elf Treffern, Betke erzielte fünf Tore, Bernard drei, Schleicher zwei und Hess eines. Im Tor hielten Julian Pfahler und Elias Grill die Null. Damit hatte die Jugend ordentlich vorgelegt – jetzt waren die Senioren dran.
Der MSC begann mit Luca Konrad im Tor sowie Tim Pfeifer, Dominik Hassis, Marco Weis und Luca Böser. Und schon nach wenigen Minuten war zu erkennen, dass diesmal eine andere Mannschaft als noch eine Woche zuvor auf dem Platz stand. In der sechsten Minute legte Böser den Ball nach rechts zu Hassis, der mit links abschloss und die Kugel ins lange Eck zum 1:0 schob. Nur zwei Minuten später ließ Böser einen Abwehrspieler vor dem Tor ins Leere rutschen und erhöhte selbst auf 2:0.
Jetzt rollte Schwarz-Gelb. In der neunten Minute kam Weis über außen frei durch und stellte auf 3:0. Fünf Minuten später revanchierte er sich als Vorbereiter: Sein Pass fand Hassis, der vor dem Torhüter die Ruhe behielt und den Ball durch dessen Beine zum 4:0 einschob. Spätestens nach dem ersten Viertel war klar: Der MSC war diesmal von Beginn an hellwach, spielte konzentriert nach vorne und hatte die Fehler aus dem Hinspiel zunächst deutlich besser im Griff.
Die Formation blieb auch im zweiten Viertel unverändert – und der Spielfluss ebenfalls. In der 22. Minute wollte Hassis zunächst Weis bedienen, erkannte jedoch, dass dieser nicht vollständig frei war. Also machte er es kurzerhand selbst und erhöhte auf 5:0. Wenig später schickte Weis Böser in den Konter. Böser behielt den Überblick, legte nach rechts zu Hassis weiter und der traf erneut mit links zum 6:0. In der 29. Minute nahm Weis aus der Distanz Maß und stellte auf 7:0. Zwei Minuten später ging es mit wenigen Kontakten durch die komplette Hallenser Defensive: Hassis schickte Weis in den Konter, der wiederum direkt auf Böser weiterleitete. Böser hämmerte den Ball ins kurze Eck – 8:0. Nur eine Minute später tankte er sich selbst durch die Abwehr und erzielte das 9:0. Und weil die rechte Seite an diesem Abend offenbar eine besonders attraktive Route zum Tor war, folgte bereits in der 33. Minute der nächste Pass auf Hassis. Der beförderte den Ball ins lange Eck und machte mit dem 10:0 das Ergebnis zweistellig.
Der Unterschied zur Vorwoche war allerdings nicht nur auf der Anzeigetafel zu erkennen. Während Halle im Hinspiel immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen war, stand die Ubstadt-Weiherer Defensive diesmal äußerst stabil. Bis auf einige 16-Meter-Freistöße fanden die Gäste in der ersten Halbzeit kaum einen Weg zum Tor. Die Abstimmung passte, die Pässe kamen an und auch offensiv wurde nicht mehr jeder Angriff unnötig kompliziert gemacht. Motoball kann manchmal erstaunlich einfach aussehen, wenn alle das Gleiche vorhaben.
Nach der Halbzeit übernahm Sören Gerber für Luca Konrad das Tor. Am Spielgeschehen änderte sich wenig. In der 45. Minute kam Böser mittig durch und erhöhte auf 11:0. Drei Minuten später schickte Weis Hassis in den Konter. Kurz vor dem Tor konnte dieser nur durch ein Foul gestoppt werden. Den folgenden 16-Meter-Freistoß übernahm Pfeifer und setzte den Ball eiskalt in die obere Ecke zum 12:0. Kurz darauf musste Weis nach einer Grünen Karte eine Zeitstrafe absitzen. Doch auch in Unterzahl blieb die Defensive stabil und ließ nichts anbrennen. Wieder vollständig, schickte Weis in der 54. Minute erneut Hassis auf die Reise, der zum 13:0 vollendete. In der 56. Minute musste dann ein Hallenser Spieler mit Grün vom Platz. Diesmal konnte der MSC seine Überzahl zwar nicht nutzen, doch angesichts des Spielstands ließ sich das verschmerzen. Kurz vor Ende des dritten Viertels erwischte es nochmals Weis mit einer Grünen Karte. Der daraus folgende 16-Meter-Freistoß der Gäste flog allerdings über das Tor – die Null stand weiterhin.
Für den Schlussabschnitt kam Roman Betke für Luca Böser ins Spiel. Und das Muster blieb bestehen: In der 65. Minute schickte Weis Hassis erneut in einen Konter, den dieser konsequent zum 14:0 abschloss. Fünf Minuten später bekam Weis selbst freie Schussbahn und erhöhte auf 15:0. In der 73. Minute wurde es noch einmal etwas emotionaler. Nach einem Foul und der anschließenden Diskussion sahen Pfeifer und die Nummer 9 der Gäste jeweils die Grüne Karte. Obwohl dadurch mehr Platz auf dem Feld entstand, wollte zunächst kein weiterer Ball den Weg ins Tor finden. Drei Minuten später gab es dann einen 16-Meter-Freistoß für Ubstadt-Weiher. Weis trat an – und ließ dem Torhüter keine Chance. Sein Schuss schlug wie eine Bombe im oberen rechten Eck zum 16:0 ein. Kurz vor Schluss sah auch der Hallenser Kapitän noch die Gelbe Karte. Den schönsten Treffer hatte sich der MSC allerdings tatsächlich für die letzte Aktion aufgehoben. In der 80. Minute nahm Hassis Maß und brachte eine präzise Flanke vor das Tor. Weis rauschte heran und hämmerte den Ball per Kopf wie ein Rammbock ins untere Eck. 17:0 – Abpfiff und Halbfinale!
Nach dem durchwachsenen Hinspiel zeigte der MSC Ubstadt-Weiher damit genau die Reaktion, die man sich vorgenommen hatte. Die Defensive stand harmonisch und sicher, im Spielaufbau wurde deutlich sauberer kombiniert und viele Tore entstanden aus gut herausgespielten Pässen statt aus Einzelaktionen. Dazu kam an diesem Abend auch das nötige Abschlussglück. Zusammengenommen ergab das einen souveränen und auch in dieser Höhe deutlichen Heimsieg.
Nach dem Spiel wurde der sportliche Teil gemeinsam mit unseren Freunden vom 1. MBC 70/90 Halle noch bei einigen Bier beendet. Torsten Wochatz hatte zudem das passende Gastgeschenk im Gepäck: die inzwischen bestens bekannten Schierker Feuerstein. Nach der gemeinsamen Runde an der Theke war damit endgültig klar, dass sportliche Rivalität und Gastfreundschaft im Motoball hervorragend zusammenpassen.
Für den MSC kommt das nun folgende spielfreie Wochenende genau zur richtigen Zeit. Angeschlagene Spieler können ihre Verletzungen auskurieren und die Motorräder bekommen ebenfalls etwas Aufmerksamkeit. Denn danach gibt es praktisch keine leichten Spiele mehr: Zunächst wartet das Pokalfinale gegen den MSC Puma Kuppenheim, anschließend trifft der MSC im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft einmal mehr auf den MSC Comet Durmersheim.
Pokalfinale zuhause – die Motoball-Arena muss beben!
Ein Termin sollte bei allen MSC-Fans besonders dick im Kalender stehen: Am Samstag, 26. September, um 19:00 Uhr dürfen wir das ADAC-Pokalfinale gegen den MSC Puma Kuppenheim in unserer eigenen Motoball-Arena austragen. Nachdem der MSC auf dem gesamten Weg ins Finale ausschließlich auswärts antreten musste, gibt es für das wichtigste Pokalspiel endlich Heimrecht.
Mannschaftsaufstellung
Tor: Pascal Adam, Luca Konrad, Sören Gerber
Feld: Tim Pfeifer (1), Dominik Hassis (7), Marco Weis (4), Kevin Gerber, Colin Gebel, Roman Betke, Luca Böser (5)
Trainer: Jan Zoll und Silas Harlacher
Mechaniker: Marvin Lowinger