Zwischen Meisterjubel und Finalfrust! MSC-Jugend holt den Titel – Senioren erleben bitteren Abend
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Zusammenfassung
72'72'66'60'59'58'52'40'39'38'37'34'30'25'23'22'21'20'16'14'10'8'8'5'5'3'1'
Zwei Mannschaften, ein Gegner, zwei völlig unterschiedliche Gefühlswelten. Was am Nachmittag mit dem Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft begann, endete für unsere Senioren mit einer bitteren 2:7-Niederlage gegen den MSC Puma Kuppenheim. Ein Finaltag, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird – allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Etwas mehr als eine Woche ist inzwischen vergangen, seit wir am 24. Oktober in Durmersheim gleich zweimal um die Deutsche Motoballmeisterschaft gekämpft haben. Dass dieser Bericht erst jetzt erscheint, hat durchaus seine Gründe. Manchmal braucht es eben etwas Zeit, um einen solchen Tag mit all seinen Höhen und Tiefen zu verdauen. Vor allem, wenn zwischen grenzenlosem Jubel und großer Enttäuschung nur wenige Stunden liegen.
Doch der Reihe nach.
Schon vor dem Finaltag war klar, dass uns eine besondere Aufgabe bevorstand. Sowohl unsere Jugend als auch unsere Senioren trafen auf den MSC Puma Kuppenheim. Zweimal Schwarz-Gelb gegen Schwarz-Gelb, zweimal die Motoball-Stadt gegen das Motoball-Dorf und zweimal die Chance, die Deutsche Meisterschaft nach Ubstadt-Weiher zu holen.
Gerade bei unseren Senioren hatte dieses Duell eine besondere Vorgeschichte. Das verlorene Meisterschaftsfinale 2025, die deutlichen Niederlagen während der laufenden Saison und schließlich das verlorene Pokalfinale auf unserer eigenen Anlage waren noch bestens in Erinnerung. Kuppenheim ging als amtierender Deutscher Meister und klarer Favorit ins Rennen. Doch nach der unglaublichen Halbfinal-Aufholjagd gegen Durmersheim war auch bei uns der Glaube da, dass an einem perfekten Tag alles möglich sein könnte.
Unsere Jugend machte sich bereits am Morgen auf den Weg nach Durmersheim. Die Senioren trafen sich dagegen mittags, stärkten sich gemeinsam bei einer Portion Pasta und fuhren anschließend mit dem Mannschaftsbus zum Finalort. Schließlich wollte man zunächst den eigenen Nachwuchs unterstützen – und im besten Fall schon einmal sehen, wie man gegen Kuppenheim einen Meistertitel gewinnt.
Und unsere Jugend lieferte!
Die Mannschaft von Trainer Sören Gerber erwischte einen hervorragenden Start. Roman Betke brachte den MSC in der 13. Minute in Führung und legte nur drei Minuten später direkt nach. 2:0 für Ubstadt-Weiher! Kurz vor Ende des ersten Viertels gelang Kuppenheim allerdings noch der Anschlusstreffer zum 2:1.
Im zweiten Viertel fanden die Pumas besser ins Spiel, während bei unserem Nachwuchs die Konzentration etwas nachließ. Kuppenheim nutzte diese Phase zum 2:2-Ausgleich. Zur Halbzeit war deshalb auch Trainer Sören Gerber gefordert, seine Jungs mit einer harten Ansage wieder auf Kurs zu bringen.
Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, brachte Leon Laier den MSC in der 41. Minute erneut mit 3:2 in Führung. Die Partie blieb zunächst spannend, doch im letzten Viertel wurde Laier endgültig zum Mann der Entscheidung. Mit seinen Treffern in der 63. und 76. Minute schnürte er seinen persönlichen Dreierpack und machte den Deckel drauf.
5:2! DEUTSCHER JUGENDMEISTER 2026!
Was für eine Leistung unserer Jungs! Nach einer starken Saison belohnte sich die Mannschaft mit dem größtmöglichen Erfolg und durfte völlig verdient die Deutsche Meisterschaft feiern. Ein riesiger Glückwunsch an das gesamte Jugendteam, Trainer Sören Gerber und Co-Trainer Colin Gebel und alle Verantwortlichen!
Die erste Meisterschaft des Tages war damit eingetütet. Jetzt wollten unsere Senioren natürlich nachziehen.
Nach dem Jugendfinale ging es für die Herrenmannschaft noch einmal zu einem gemeinsamen Spaziergang, um sich auf das Spiel des Jahres vorzubereiten. Anschließend wurde es ernst. Begleitet von Cheerleadern und Nebel fuhren die beiden Mannschaften auf den Platz, die Nationalhymne erklang und danach übernahmen die Motorräder die musikalische Unterhaltung.
Alles war angerichtet für ein großes Finale. Nur der Start unserer Mannschaft passte leider überhaupt nicht zum Drehbuch.
Der MSC begann mit Sören Gerber im Tor sowie Dominik Hassis, Marco Weis, Kevin Gerber und Luca Böser. Das Anspiel gehörte Ubstadt-Weiher, doch schon in der dritten Minute schlug der Favorit zu. Kuppenheim spielte den Ball präzise auf die linke Außenseite, wo Bitterwolf die Vorlage direkt verwertete und das 1:0 erzielte.
Nur zwei Minuten später folgte der nächste Rückschlag. Kevin Gerber musste aufgrund eines Motorraddefekts vom Platz, Tim Pfeifer kam für ihn ins Spiel. Noch nicht richtig sortiert, lief der MSC direkt in den nächsten Konter. Schmitt legte den Ball quer auf die linke Seite zu Anselm, der zum 2:0 vollendete.
Trainer Jan Zoll reagierte sofort und nahm bereits in der sechsten Minute eine Auszeit. Zum einen musste das Motorrad von Kevin Gerber wieder einsatzbereit gemacht werden, zum anderen galt es, die Mannschaft endlich wachzurütteln. Denn während Kuppenheim hellwach und bestens eingestellt war, schien Ubstadt-Weiher den Beginn des wichtigsten Spiels der Saison komplett verschlafen zu haben.
Leider brachte auch die Auszeit nicht die erhoffte Wende. In der 15. Minute kam der hervorragend aufgelegte Anselm erneut auf der linken Seite zum Abschluss und erhöhte auf 3:0.
Kuppenheim spielte in dieser Anfangsphase wie aus einem Guss. Die Pässe kamen an, die Laufwege passten und vor dem Tor zeigten sich die Pumas gnadenlos effektiv. Auf unserer Seite dagegen funktionierte kaum etwas. Zu viele Fehler, zu wenig Ordnung und ein Gegner, der praktisch jeden davon bestrafte.
Kurz vor Ende des ersten Viertels sah Luca Böser dann auch noch die Grüne Karte. Mit einem 3:0-Rückstand ging es in die erste Viertelpause – und die Hoffnung auf einen ausgeglichenen Finalabend hatte bereits einen gewaltigen Dämpfer erhalten.
Wer nun auf eine schnelle Reaktion gehofft hatte, wurde leider erneut enttäuscht. Gerade einmal eine Minute war im zweiten Viertel gespielt, als Anselm aus rund 20 Metern Maß nahm und den Ball zum 4:0 im Tor unterbrachte.
In der 23. Minute schickte Schmitt seinen Mitspieler Mückenhausen in Position. Dessen Abschluss wurde noch abgefälscht und fand ebenfalls den Weg ins Netz. 5:0 – und noch nicht einmal 25 Minuten waren gespielt.
Trainer Zoll versuchte, mit einem weiteren Wechsel neue Akzente zu setzen. In der 25. Minute kam Pfeifer für Hassis. Doch Kuppenheim ließ sich nicht aus dem Rhythmus bringen. In der 30. Minute spielte Schmitt erneut einen Pass auf die Außenseite, dieses Mal zu Mückenhausen, der die Vorlage zum 6:0 verwertete.
Vier Minuten später machte Schmitt es selbst. Er setzte sich durch die Weiherer Abwehr durch und schob den Ball an Sören Gerber vorbei zum 7:0 ins Tor.
In der 37. Minute sah Marco Weis die Grüne Karte, gleichzeitig kam Hassis für Böser ins Spiel. Kurz darauf musste Pfeifer einen durchgebrochenen Anselm mit einem harten Foul stoppen und bekam dafür die Gelbe Karte. Den anschließenden Elfmeter konnte Sören Gerber immerhin parieren.
So ging es mit einem 7:0-Rückstand in die Halbzeitpause.
Ein Ergebnis, das wehtat. Und eines, das sich unsere Mannschaft für dieses Finale ganz sicher anders vorgestellt hatte. Ausgerechnet an dem Abend, an dem man sich für eine ganze Saison voller Arbeit und Rückschläge belohnen wollte, erwischte man die mit Abstand bitterste erste Halbzeit, die man sich hätte vorstellen können.
Sieben Gegentore in 40 Minuten – der Traum von der Deutschen Meisterschaft war praktisch schon zur Halbzeit geplatzt.
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Spielgeschehen. Kuppenheim schaltete mit dem deutlichen Vorsprung im Rücken einige Gänge zurück. Gleichzeitig wirkte der MSC nun befreiter. Die anfängliche Nervosität war weitgehend verschwunden, die unnötigen Fehler wurden weniger und die Mannschaft fand endlich besser ins Spiel.
Vielleicht lag es auch daran, dass die Meisterschaft in den Köpfen bereits abgehakt war. Der große Druck war jedenfalls nicht mehr in derselben Form zu spüren.
In der 53. Minute konnte Ubstadt-Weiher schließlich erstmals jubeln. Marco Weis hatte aus der Distanz freie Schussbahn und nutzte diese zum 7:1. Wenigstens war der Bann gebrochen!
Sechs Minuten später schickte Weis Hassis mit einem Pass in den Konter. Schmitt konnte ihn nur noch regelwidrig stoppen und sah dafür die Grüne Karte. Die anschließende Überzahlsituation blieb allerdings ohne weiteren Treffer – eine Schwäche, die uns gerade in den Duellen mit Kuppenheim während dieser Saison immer wieder begleitet hatte.
Auch im Schlussviertel ließ der MSC nicht locker und versuchte zumindest, das Ergebnis noch etwas freundlicher zu gestalten. In der 73. Minute gab es einen 16-Meter-Freistoß für Ubstadt-Weiher. Weis übernahm die Ausführung und hämmerte den Ball mit einer ordentlichen Portion Frust direkt in den oberen Winkel. 7:2!
In der 77. Minute kam Colin Gebel für Kevin Gerber ins Spiel und durfte ebenfalls noch Finalminuten sammeln. Zwei Minuten später sah Anselm nach einem Foul an Hassis die Grüne Karte. In der allerletzten Sekunde bot sich dem MSC sogar noch eine Möglichkeit auf einen dritten Treffer, doch der Ball ging knapp am Tor vorbei.
Dann war Schluss.
MSC Puma Kuppenheim – MSC Ubstadt-Weiher 7:2.
Der alte und neue Deutsche Meister heißt MSC Puma Kuppenheim. Mit dem fünften Meistertitel in Folge stellten die Pumas zugleich den bisherigen Rekord unseres MSC Ubstadt-Weiher ein.
Dazu gratulieren wir dem MSC Puma Kuppenheim ausdrücklich. Der Titelgewinn war verdient, und gerade die erste Halbzeit im Finale zeigte eindrucksvoll, warum Kuppenheim seit Jahren an der Spitze des deutschen Motoballs steht.
Wir müssen dagegen anerkennen, dass wir an diesem Abend weit von unserer eigentlichen Leistungsfähigkeit entfernt waren. Während beim Gegner zunächst nahezu alles funktionierte, unterliefen uns auf sämtlichen Positionen Fehler. Die Pumas waren gedanklich schneller, spielerisch konsequenter und vor dem Tor eiskalt.
Die zweite Halbzeit gestalteten wir zwar mit 2:0 für uns, allerdings muss man dabei fairerweise berücksichtigen, dass Kuppenheim angesichts des deutlichen Vorsprungs nicht mehr mit derselben Intensität spielte. Dennoch war zu erkennen, dass unsere Mannschaft ohne die anfängliche Nervosität deutlich sicherer auftreten konnte.
Am verdienten Sieg der Pumas gab es an diesem Abend nichts zu rütteln.
Besonders bitter war die Niederlage natürlich auch für unsere Spieler selbst. Nach einer Saison voller Einsatz, zahlreichen Trainingseinheiten und der unglaublichen Aufholjagd im Halbfinale hatte sich die Mannschaft für diesen Finalabend viel vorgenommen. Dass sie ausgerechnet dort eine solche Leistung zeigte, wollte keiner. Entsprechend entschuldigten sich die Jungs anschließend bei unseren Fans.
Denn eines ist klar: Unsere Fans hätten an diesem Abend eine bessere Vorstellung verdient gehabt.
Trotzdem wäre es falsch, eine ganze Saison nur auf diese 80 Minuten zu reduzieren. Unsere Senioren standen sowohl im ADAC-Pokalfinale als auch im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Dazu kommt der Meistertitel unserer Jugend. Das sind Erfolge, hinter denen unglaublich viel Arbeit steckt und auf die wir als Verein durchaus stolz sein dürfen.
Natürlich wollten wir am Ende mehr. Natürlich tut gerade dieses Ergebnis weh. Aber eine Saison besteht nicht nur aus Pokalen und Meisterschalen. Sie besteht auch aus Zusammenhalt, gemeinsamen Erlebnissen, Rückschlägen und der Bereitschaft, danach wieder aufzustehen.
Und genau daran wollen wir arbeiten.
Inzwischen ist auch abseits des Spielfeldes wieder etwas Ruhe eingekehrt. Am Montag nach dem Finale stand traditionell unsere jährliche Sponsorenfahrt auf dem Programm. Gemeinsam besuchten wir einige unserer Sponsoren aus der Region, ließen die vergangene Saison noch einmal Revue passieren und warfen bereits einen ersten Blick auf die kommenden Aufgaben. Dabei ging es natürlich nicht ausschließlich um Motoball. Gerade die persönlichen Gespräche und der Austausch über Themen abseits des Sports machen diese Fahrt jedes Jahr besonders wertvoll.
An dieser Stelle möchten wir uns deshalb noch einmal ganz ausdrücklich bei allen Sponsoren, Helfern, Fans und Funktionären bedanken.
Ohne eure Unterstützung, euren Einsatz und eure Verbundenheit mit unserem Verein wäre Motoball in Ubstadt-Weiher in dieser Form nicht möglich. Ob auf dem Spielfeld, hinter den Kulissen, bei der Organisation unserer Heimspiele oder auf den Zuschauerrängen: Ihr alle tragt dazu bei, dass unser Verein lebt. Dafür ein herzliches Dankeschön!
Mit diesem Bericht verabschieden wir uns nun auch offiziell aus der Motoball-Saison 2026.
In den nächsten Tagen werden wir euch über die Planungen und Neuigkeiten für die kommende Saison informieren. Zunächst gönnen wir uns allerdings eine kurze Pause. Schließlich gibt es neben dem Motoball auch noch das eine oder andere Thema, das während der Saison etwas zu kurz gekommen ist. Gleichzeitig werden wir die Zeit nutzen, um uns organisatorisch auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.
Denn eines hat diese Saison wieder gezeigt: Aufgeben gehört nicht zu unserer Vereins-DNA.
Unsere Jugend hat bewiesen, dass der MSC Ubstadt-Weiher weiterhin Deutschen Meister kann. Und unsere Senioren haben trotz des bitteren Finalabends gezeigt, dass sie bis zum Schluss um die großen Titel mitspielen können.
Die Saison 2026 ist Geschichte. Die Enttäuschung bleibt vorerst – der Ehrgeiz aber auch!
Wir sehen uns 2027 wieder. Auf unserem Asphalt. In Schwarz-Gelb. Und mit dem festen Willen, erneut anzugreifen!
Euer MSC Ubstadt-Weiher
Mannschaftsaufstellung
Tor: Pascal Adam, Luca Konrad, Sören Gerber
Feld: Tim Pfeifer, Dominik Hassis, Marco Weis (2), Kevin Gerber, Colin Gebel, Luca Böser
Trainer: Jan Zoll und Silas Harlacher
Mechaniker: Marvin Lowinger und Malte Schulz